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"Preise wie im Freudenhaus"

Ökonom Helmut Becker über Mittelstandsratings.
Becker, Leiter des Münchner Instituts für Wirschaftsanalyse und Kommunikation, saß als wissenschaftlicher
Mitarbeiter im Sachverständigenrat, leitete die wirtschaftspolitische Abteilung bei
BMW.
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Zum ersten Teil des Interviews
Viele sind es noch nicht...
Es braucht sicher Anstöße von außen, damit sich der Markt entwickelt.
In welcher Form?
Zum einen wären klare Kriterien nötig, die die Ratings der einzelnen Agenturen vergleichbar machen - auch mit den bankinternen Verfahren. Zum anderen wäre eine Art
Anschubfinanzierung denkbar - etwa staatliche Unterstützung für die Mittelständler bei den Ratinggebühren. Auch könnten die Agenturen von den Witschaftsverbänden
selbst getragen werden.
Warum sollte man künstlich etwas schaffen, was sich nicht von selbst durchsetzt?
Es geht ja nur um eine Starthilfe, das ist durchaus legitim. Ohne eine solche Unterstützung wäre auch so ein Riesenkonzern wie Airbus gegenüber der US-Konkurrenz niemals groß geworden. Und eines ist sicher: Gerade in Zeiten der
Internetökonomie wird der Ratingbedarf für mittelständische Unternehmen zunehmen.
Warum?
Wirtschaftliche Beziehungen sind heute doch viel anonymer als früher. Geschäfte können heute global mit ein paar Mausklicks erledigt werden, ohne dass die Partner genau wissen, mit wem sie es eigentlich zu tun haben. Ein Ratingergebnis wird
da zu einer Art Prädikat, ein kaufmännisches Qualitätssiegel für ein Unternehmen. Wer im E-Commerce eine Rolle spielen will, wird ohne Rating künftig auf Dauer nicht mehr
wettbewerbsfähig bleiben.
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