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München (pkl)- Die deutsche Automobilindustrie stellt besondere Anforderungen an Unternehmensberater. Welche? PRODUKTION hat bei dem ehemaligen
BMW-Chefvolkswirt Dr. Helmut Becker nachgefragt.
Herr Dr. Becker, gibt es eigentlich Unternehmensberatungen, die sich ausschließlich auf die Automobilindustrie -
Hersteller und Zulieferer - spezialisiert haben?
Ich kenne keine. Sie können aber davon ausgehen, dass alle großen Gesellschaften wie Accenture - ehemals Andersen
Consulting-, Roland Berger, McKinsey oder A.T.Kearney, Abteilungen haben, die speziell auf die Bedürfnisse der Automobilindustrie ausgerichtet sind.
Und wodurch zeichnen sich diese Berater aus?
Die Automobilindustrie hat spezifische Probleme, die in anderen Industriezweigen zwar auch, aber nicht in einem solchen Ausmaß auftreten. Denken Sie etwa an
die Organisation von Arbeitsprozessen. Der Übergang zur Modulartechnik hat enorme Kreativität gefordert, von den Mitarbeitern wie von den Beratern der Automobilwerke. Ein anderes
Beispiel sind Kooperationen. Kaum eine andere Branche erlebt die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Herstellern, Zulieferern und Zulieferern sowie Herstellern und Zulieferern in so
vielfältiger und unterschiedlicher Ausprägung wie die Automobilindustrie. Sie können an diesen wenigen Beispielen sehen, dass die Kultur der Automobil-Industrie eine ganz eigene
ist.
Ist es in dieser Branche also sinnvoll, auf große Beratungsunternehmen mit vielfältigem Know-how zuzugreifen?
Wenn es um Kooperationen in großem Stil - also um strategische Beratung - geht, ja. Die Mc-Kinseys und Konsorten haben ganze Abteilungen, die sich ausschließlich mit solchen Themen beschäftigen. Sie haben Daten und Erfahrungen
von vielen ähnlichen Projekten, auf die sie zurückgreifen können. Kleine Berater haben dies in der Regel nicht und sind von den Kapazitäten her nicht in der Lage, solche Deals
durchzuziehen.
Dennoch wirft man den Großen der Beraterbranche immer wieder vor, dass sie vorangig Hochschulabgänger ohne oder mit geringer praktischer Erfahrung einstellen.
Wie soll ein solcher "Youngster" einem erfahrenem Unternehmen oder Manager sagen können, wo's lang geht?
........
Zum zweiten Teil des Interviews
weiter >>
[Wer sollte auf kleinere Beratungsfirmen zugreifen?
Welchen Preis verlangen die kleinen Beratungsgesellschaften?]
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