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Cover PRODUKTION Muss ein guter Berater
pro Tag 5000 DM kosten?

IWK-Chef und Ex-BMW-Chefvolkswirt Dr. Becker beantwortet Fragen zu "Automotive-Consulting"

München (pkl)- Die deutsche Automobilindustrie stellt besondere Anforderungen an Unternehmensberater. Welche? PRODUKTION hat bei dem ehemaligen BMW-Chefvolkswirt Dr. Helmut Becker nachgefragt.
 
 
Herr Dr. Becker, gibt es eigentlich Unternehmensberatungen, die sich ausschließlich auf die Automobilindustrie - Hersteller und Zulieferer - spezialisiert haben?

Ich kenne keine. Sie können aber davon ausgehen, dass alle großen Gesellschaften wie Accenture - ehemals Andersen Consulting-, Roland Berger, McKinsey oder A.T.Kearney, Abteilungen haben, die speziell auf die Bedürfnisse der Automobilindustrie ausgerichtet sind.

Und wodurch zeichnen sich diese Berater aus?

Die Automobilindustrie hat spezifische Probleme, die in anderen Industriezweigen zwar auch, aber nicht in einem solchen Ausmaß auftreten. Denken Sie etwa an die Organisation von Arbeitsprozessen. Der Übergang zur Modulartechnik hat enorme Kreativität gefordert, von den Mitarbeitern wie von den Beratern der Automobilwerke. Ein anderes Beispiel sind Kooperationen. Kaum eine andere Branche erlebt die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Herstellern, Zulieferern und Zulieferern sowie Herstellern und Zulieferern in so vielfältiger und unterschiedlicher Ausprägung wie die Automobilindustrie. Sie können an diesen wenigen Beispielen sehen, dass die Kultur der Automobil-Industrie eine ganz eigene ist.

Ist es in dieser Branche also sinnvoll, auf große Beratungsunternehmen mit vielfältigem Know-how zuzugreifen?

Wenn es um Kooperationen in großem Stil - also um strategische Beratung - geht, ja. Die Mc-Kinseys und Konsorten haben ganze Abteilungen, die sich ausschließlich mit solchen Themen beschäftigen. Sie haben Daten und Erfahrungen von vielen ähnlichen Projekten, auf die sie zurückgreifen können. Kleine Berater haben dies in der Regel nicht und sind von den Kapazitäten her nicht in der Lage, solche Deals durchzuziehen.

Dennoch wirft man den Großen der Beraterbranche immer wieder vor, dass sie vorangig Hochschulabgänger ohne oder mit geringer praktischer Erfahrung einstellen. Wie soll ein solcher "Youngster" einem erfahrenem Unternehmen oder Manager sagen können, wo's lang geht?

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Zum zweiten Teil des Interviews                  weiter >>

[Wer sollte auf kleinere Beratungsfirmen zugreifen?
Welchen Preis verlangen die kleinen Beratungsgesellschaften?]

 
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