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Cover PRODUKTION Muss ein guter Berater
pro Tag 5000 DM kosten?

IWK-Chef und Ex-BMW-Chefvolkswirt Dr. Becker beantwortet Fragen zu "Automotive-Consulting"

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Dennoch wirft man den Großen der Beraterbranche immer wieder vor, dass sie vorangig Hochschulabgänger ohne oder mit geringer praktischer Erfahrung einstellen. Wie soll ein solcher "Youngster" einem erfahrenem Unternehmen oder Manager sagen können, wo's lang geht?

Sie haben den Finger auf den Wunden Punkt gelegt. Genau das wirft man den großen Beratungs-Gesellschaften immer wieder vor. Hinter vorgehaltener Hand spricht man oft davon, dass die Youngsters in Unternehmen kommen, um zu lernen, wie das Geschäft funktioniert und genau dafür teures Geld nehmen. Ganz so ist das natürlich nicht. In der Regel werden die Beraterteams gemischt - mit 'alten Hasen' und 'jungen Wilden'. Außerdem geht es bei Unternehmen, die stark in der Öffentlichkeit stehen, natürlich noch um mehr. Sogenannte 'Politische Gründe' spielen oft eine wesentliche Rolle. So werden Berater beispielsweise in Unternehmen geholt, um unbequeme aber unvermeidliche Entscheidungen - wie Rationalisierung - überprüfen und durchführen zu lassen. Bei solchen Deals erwartet natürlich auch die Öffentlichkeit einen Mega-Berater.

Wer sollte dann auf kleinere Beratungsfirmen zugreifen?

Kleine und mittelständische Automobilzulieferer fahren in der Regel mit kleinen Beratungsfirmen besser. Sie erwarten keine großen Strategien, sondern Hilfe bei der Basisarbeit, dem Umsetzungsmanagement. Diese bekommen sie von kleinen Beratern in guter Qualität, denn sie kommen meist aus der Branche. Oft sind es ehemalige Manager, die sich selbstständig gemacht haben. Ihnen kommt ihr praktisches Know-how zugute, das - wie Sie selbst schon angesprochen haben - 'die jungen Wilden' der großen Consultants nur eingeschränkt haben. Und ein weitere wichtiger Faktor kommt hinzu: Für Mittelständler muss der Berater nicht nur gut, sondern auch preiswert sein.

Das heißt also: großer Berater- großer Preis? In welcher Höhe kann man sich das vorstellen?

Für den Youngster eines großen Beraterunternehmens müssen sie mit einem Tagessatz von 5000DM aufwärts rechnen. Da wollen die Overheads, die dicken Datenbanken und strategischen Erfahrungen, bezahlt sein.

Und welchen Preis verlangen die kleinen Beratungsgesellschaften?

Naja, das schwankt so zwischen 2000DM und 4000DM. Letztlich muss das einzeln ausgehandelt werden.

Wie kommt man als Automobilzulieferer an gute Berater ran? Empfehlen die Hersteller entsprechende Adressen?

Manchmal ja; aber nicht immer im Sinne des Zulieferers. Nehmen wir mal einen altbekannten Namen: Ignazio Lopez. Er sagte klipp und klar zu den Lieferanten: Freunde ihr müsst Preissenkungen in Höhe von X Prozent realisieren. Oft kam die Antwort des Lieferanten: Das geht nicht. VW hat dann eigene Experten in die Zulieferbetriebe geschickt, um entsprechende 'Verbesserungen' und 'Kostensenkungsmaßnahmen' durchzuführen. Ähnliches haben andere Automobil-Hersteller auch gemacht.

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