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Cover PRODUKTION Vom Auto-Image, und wie man es messen will


Von Dr. Helmut Becker, 
Börsenzeitung 18.09.2001, Nr. 180, S. 14
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Sehr beliebt bei Branchenauguren sind stets auch Prognosen über die kommenden strukturellen Veränderungen, die sich stets als sehr dramatisch darstellen. Was insofern nicht verwundert, als im Zeitalter der medialen Übersättigung überhaupt nur noch "XXL-News" den Empfänger intellektuell erreichen. Mit leisen Tönen und der Bekanntgabe eines stinknormalen Strukturwandels, wie es ihn nunmehr seit über 100 Jahren in der Automobilindustrie gibt, lässt sich offenbar kein Blumentopf mehr gewinnen.
Sei's drum! Neueste Prognosen über den technologischen Wandel in der Automobilindustrie kommen zu dem Ergebnis, dass von den heute ca. 15 größten Fahrzeugherstellern bis 2010 voraussichtlich nur noch sechs bis zehn Konzerne übrig bleiben. Eine Aussage, zu der Herr Agnelli von Fiat sich bereits Ende der 80er des vorigen Jahrhunderts mit Blick auf das Jahr 2000 verstiegen hatte. Und sich irrte. Als ob die Überlebensfähigkeit eines Konzerns oder einer Marke von der absoluten Größe abhinge und nicht von Rentabilität und Markenimage.

Sind Porsche oder BMW nicht gerade der Beleg dafür? Oder die französischen Hersteller Renault und PSA, die innerhalb weniger Jahre mit neuen, innovativen "französischen" Produkten und einer daran geknüpften Markenprägung wie Phönix aus der Asche aufgestiegen sind und den gesichtslosen asiatischen Marken Markt für Markt den Rang ablaufen. Und das völlig ohne protektionistische Marktzugangsbeschränkungen in Europa, ausschließlich über eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit der Marken. Na also, geht doch!
Noch schlimmer als die eigentlichen Hersteller soll es die Zulieferindustrie treffen. Von heute 5.500 Zulieferunternehmen sollen bis zum Jahre 2010 nur noch 3.500 übrig, mithin 2.000 auf der Strecke bleiben. Auf die 20 größten Zulieferunternehmen sollen dann rd. 50% des Zuliefervolumens entfallen. So überzeugend eine solche Vorstellung fortschreitender Konzentration im Zulieferbereich auch ist, der Wirklichkeit hält diese These nicht stand. Untersuchungen des IWK haben ergeben, dass die Anzahl der Zulieferunternehmen in Deutschland zu- statt abnimmt, es werden ihrer mehr denn weniger.

Kein Oligopol auf Dauer
Der Grund dafür ist ein einfacher: "alte", überdimensionierte Zulieferkonzerne sterben ab, werden entflochten, neu aufgestellt etc., "junge", kleine und innovative Unternehmen durch den Strukturwandel hervorgebracht - ein ewiger Kreislauf, ähnlich der Natur. Man muss hier nur auf die Kräfte des Marktes vertrauen: Sie erlauben auf Dauer keine Oligopolisierung auf einem Markt, der so innovativ und dynamisch ist wie der Automobilmarkt. Und es auch in Zukunft bleibt, wie die jüngste Shell-Prognose zeigt.
 
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