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Cover PRODUKTION Business as usual nach dem 11. September


Von Dr. Helmut Becker, Börsenzeitung 09.02.2002
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Wenn denn richtig ist, dass die Börsen stets den Finger am Puls der Wirtschaft haben und Krankheitsbilder am ehesten diagnostizieren, so kann es nicht wundern, dass inzwischen der September-Kurseinbruch auf allen Parketts wieder wettgemacht wurde. Aber auch nicht mehr! Die Weltwirtschaft hat 2001 unter amerikanischer Führung eine Rezession durchwandert, deren Ende sich gegenwärtig abzeichnet, ohne dass daraus auf den Beginn einer kräftigen Erholung geschlossen werden darf.

Erfahrene Konjunkturexperten wissen, dass dem auch nicht so sein wird, dafür war der vorangegangene Abschwung zu milde, ist das gesamtwirtschaftliche Produktionspotential noch zu hoch ausgelastet, als dass viel Spielraum für einen neuerlichen Wachstumsschub gegeben wäre. Eine new New Economy, die das bewerkstelligen könnte, ist nicht in Sicht.

Unverkennbar ist das Verbrauchervertrauen zurückgekehrt, das Weihnachtsgeschäft hatte teilweise boomartige Züge, Urlaubsreisen interessieren wieder. Die Schlagzeilen in den Medien spiegeln die Rückkehr der Normalität: Skandale um Enron, unredliche Wirtschaftprüfungsgesellschaften oder Bushs Brezel-Appetit jenseits des Atlantiks, der Kampf der Kanzlerkandidaten erst unter- und dann miteinander, die Krise beim sog. „Fußballmeister“ diesseits. Das sind Themen, die die Menschen bewegen!!

Die Wirtschaft kehrt zum Konjunkturalltag zurück! Mr. Jones und Herr Hinz und Herr Kunz haben das ständige Krisengerede satt und essen wieder fröhlich Rindfleisch. BSE- Krise,  war da mal was? Gab es in Afghanistan mal Terroristen?

Nein, eine Umwertung aller Werte hat nicht stattgefunden, business as usual ist wieder angesagt! Die Weltwirtschaft findet allmählich ihren Rhythmus wieder, allerdings nicht den alten. Kein Konjunkturaufschwung setzte den alten 1:1 fort, immerzu ändern sich Strukturen, gibt es neuere Entwicklungen. Das hält das Spiel ebenso spannend wie den Ausgang ungewiss. Und macht Volkswirte als Beobachter vom Spielfeldrand unentbehrlich!

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