iwk - Institut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation iwkInstitut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation
Dr. Helmut Becker
shopsuche mapkontakt
INSTITUT
Kundenbereich




Login
INSTITUT WIRTSCHAFTSANALYSE KOMMUNIKATION

Presse


Cover Heute Süddeutsche Zeitung Nr. 186
vom 13./14./15. August 2005, Seite24

"Wirtschaftsbuch: Welche Autofirmen überleben"

von Dagmar Deckstein

Einen günstigeren Zeitpunkt hätten sich Autor und Verlag nicht aussuchen können, um ein Buch mit dem beziehungsreichen Titel „Crashkurs" auf den Markt zu bringen. Es rappelt und kracht ganz schön in der Schlüsselbranche der deutschen Volkswirtschaft: Nicht nur die Korruptionsaffäre in der VW-Vorstandsetage bewegt die Republik, auch der Vertriebsskandal bei DaimlerChrysler und der mysteriöse Rückzug von Konzernchen Jürgen Schrempp nebst Qualitäts- und Führungskrise bei Mercedes sorgen für Gesprächsstoff. Alles vielleicht Symptome für den Zustand der Automobilindustrie, von der in Deutschland immerhin jeder siebte Arbeitsplatz abhängt, die ein Fünftel des Sozialprodukts einfährt und jeden vierten Steuereuro ins Staatssäckel rollen lässt. Aber wie lange noch?

Nicht nur hierzulande, sondern weltweit spielt die Automobilindustrie eine Schlüsselrolle. Und das wird sie künftig auch tun - doch sicher mit neuer Struktur. Helmut Becker, der Autor des Buches, ist ein ehemaliger "BMW -Manager, der sich mit seinem Beratungsinstitut IWK selbstständig gemacht hat. Er analysiert mit viel Sach- und Detailkenntnis Zustand und Zukunft dieser Branche im verschärften Kampf um Kunden und Märkte. Dabei betrachtet Becker den globalen Verdrängungswettbewerb unter volks- und betriebswirtschaftlichen Aspekten. Die großen Märkte wie USA, Europa und Japan wachsen so gut wie nicht mehr, was zu Überkapazitäten bei den Herstellern führt und zu einem Hauen und Stechen um Marktanteile. Rabattschlachten und die Ausweitung der Modellpaletten sind Zeichen dieser Entwicklung. Beides drückt erheblich auf die Erträge. Das wiederum setzt das Karussell der Kostensenkungsprogramme in Bewegung - etwa unter dem Namen „For Motion" bei VW oder „;Core" bei Mercedes.

Helmut Becker: Auf Crashkurs. Automobilindustrie im globalen Wettbewerb. Springer-Verlag Berlin und Heidelberg 2005, 280 Seiten, 69,95 Euro. 
 

Halt man sich vor Augen, dass es 1970 noch weltweit 36 eigenständige Automobilhersteller gab - darunter Abarth. de Tomaso oder Simca -. 1990 noch 21 und heute gerade mal elf. spricht einiges dafür, dass sich bis 2015 die Spirale der Konzentration unter den Massenherstellern weiterdrehen wird Autor Becker hat mit viel Fleißarbeit einen „Survival-Index" herausgearbeitet. In diesen Gradmesser der Überlebenswahrscheinlichkeit gehen Großen ein wie Wachstumsdynamik, Bonität, Profitabilität, Zukunftsorientierung, Image oder Effektivität des Managements. Letztere wird gemessen mit der Kennzahl CFROI, dem Cash Flow Return on Investment. Diese und andere Kennziffern haben bei Fiat den Wert Null: Die Italiener tragen die rote Laterne. Platz eins wird, kaum überraschend, von Toyota aus Japan belegt, gefolgt von BMW, Honda und Nissan. General Motors, Ford, DaimlerChrysler und VW sind im Mittelfeld, die Franzosen Peugeot und Renault halten den dritt- und vorletzten Platz.

Trotz vieler Zahlen, Fakten, Grafiken und Statistiken lässt sich das Buch gut lesen und ist sehr informativ - nicht nur für Branchenbeschäftigte. Natürlich beantwortet Becker auch die Frage, wie es am Automobilstandort Deutschland mit samt dem dichten Entwickler- und Zulieferernetz weitergeht. Obwohl die Industrie den Zenit überschritten hat, wird sie auch künftig nichts von ihrer grundsätzlichen Bedeutung einbüßen, schreibt er: Sie bleibt Paradepferd der deutschen Wirtschaft. Arbeitsplätze werden weiter gen Osten abwandern, aber die Branche dürfte die Qualität des Standorts Deutschland verbessern - durch ihre Konzentration auf höhere Wertschöpfung. „Wobei allerdings der am Horizont heraufziehende Weltmarktzutritt einer eigenständigen chinesischen Automobilindustrie eine große Unbekannte im Prognosespiel darstellt." Nichts bleibt unmöglich.



[Diese Buchbesprechung finden Sie im Archiv der Süddeutschen Zeitung
(E-Paper-Abo)]

PRESSE
 

Cover Manager Magazin
 
"VW ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft"

Interview
Dr. Becker in Manager Magazin
[07/2005]

mehr Infos


PRESSE
 


 
"In die Zulieferindustrie setze ich meine ganze Hoffnung"

Ex-BMW-Chefvolkswirt Becker im heute.de-Interview
[07/2005]

mehr Infos

Ex-BMW-Chefvolkswirt Becker im heute.de-Interview
[07/2005]

mehr Infos