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manager-magazin.de, 09.09.2005
GLOSSE
"Krieg
als Vater aller Dinge"
Von
Helmut Becker
FORTSETZUNG |
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Zum zweiten Teil des Interviews
In realistischer Einschätzung der eigenen noch
bescheidenen Fähigkeiten im Automobilbau und einer erst zu
entwickelnden Zulieferindustrie standen die 50er und 60er Jahre im
Zeichen eines langsamen Vortastens in größere Fahrzeugkategorien und
der Entwicklung von robusten Off-Road-Fahrzeugen für die Dritte
Welt, die von der Ersten Welt nicht gebraucht und daher auch nicht
angeboten wurden. Für höhere Ansprüche hatte man dort ja den Jeep.
Wettbewerb und Konfrontation mit der etablierten Automobilindustrie
wurde so bewusst vermieden. Stattdessen perfektionierte und
revolutionierte man klammheimlich das amerikanische
Produktionssystem von Ford (Fließband) und Sloan (Outsourcing), in
dem man über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg die Produktion
Just-in-Time durch den Bedarf des jeweiligen Letztverbrauchers
"ziehen" ließ, statt sie durch volle Zwischenlager zu "drücken".
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| Lexus GS 450h:
Hybridmodelle für die innovativen Energiesparer
und der Einstieg in die Formel 1 für die
imagetreuen Sportsfreunde der traditionellen
Nobelmarken |
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Erst 1970 glaubte man sich für den Export gerüstet
und betrat den amerikanischen Markt mit kleinen und verbrauchsarmen
Fahrzeugen. Die erste Ölkrise sorgte dafür, dass das Wagnis ein
voller Erfolg wurde. Als dieser so nachhaltig wurde, dass
amerikanische Automobilarbeiter in Angst um ihren Arbeitsplatz unter
kalifornischer Sonne mit Vorschlaghämmern ans importierte Blech
gingen, begann man die Vorzüge einer "Produktion vor Ort" zu
schätzen. Und baute seither systematisch, folgend einem langfristig
angelegten, ausschließlich auf unternehmenseigenen Kräften und
Fähigkeiten beruhenden Markterschließungsplan, rund um den Globus
eine Fabrik nach der anderen.
Die 70er und 80er Jahre waren ausschließlich auf die Erschließung
des nordamerikanischen Marktes fokussiert. Für Europa hielt man sich
noch zu schwach. In der Modellpalette wanderte man systematisch nach
oben und in die Breite, bis man Mitte der 80er Jahre in den USA mit
dem Lexus den Eintritt in das Luxussegment der Premiummarken wagte.
Mit 250.000 verkauften Fahrzeugen jährlich war der Lexus 20 Jahre
später das meistverkauft Luxusauto in den USA. Der gesamte US-Absatz
belief sich inzwischen auf 2,5 Millionen Automobile, und dies ohne
jedwede Beteiligung an der anhaltenden Rabattschlacht der
US-Hersteller.
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Helmut Becker:
"Auf Crashkurs - Automobilindustrie im globalen
Verdrängungswettbewerb"; Springer 2005, 280 Seiten,
69,95 Euro.
Buch bestellen
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Jetzt erst fühlte sich das Unternehmen stark genug, die Marke Lexus
auch auf dem eigenen Heimatmarkt und in Europa, wo man erst seit dem
Jahre 2000 als Marke voll aktiv und mit jährlichen Zuwachsraten im
zweistelligen Bereich überaus erfolgreich war, einzuführen. In 2005
konnten hier rund eine Million Automobile verkauft werden. Mit neuen
Hybridmodellen für die innovativen Energiesparer auf der einen und
mit dem Einstieg in die Formel 1 für die imagetreuen Sportsfreunde
der traditionellen Nobelmarken auf der anderen Seite glaubte man
nunmehr in Europa eine Plattform zu besitzen, von der aus seitdem
auch noch die letzte Bastion der Weltautomobilindustrie, nämlich
jene der europäischen Premiumanbieter, in Bearbeitung genommen wird.
Ob mit Erfolg, wird sich zeigen. Nichts ist unmöglich, TOYOTA!
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Zum zweiten Teil des Interviews
[Diesen Artikel finden Sie im
Archiv des Manager Magazins]
Das Phänomen
Toyota
Teil
1: Krieg als Vater aller Dinge
Teil
2: Im Maschinenraum und auf Oberdeck
Teil
3: Hämmer unter kalifornischer Sonne
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