Rating ist der beste Indikator für die Finanzkraft und Zukunftsfähigkeit eines
Unternehmens unter Berücksichtigung aller Erfolgs- und Risikofaktoren.
Rating als Instrument zur Kapitalbeschaffung war bisher hauptsächlich internationalen Finanz-
und Großkonzernen vorbehalten. Angesichts der fortschreitenden Globalisierung und Liberalisierung
der Finanzmärkte wird es in Zukunft auch für den Mittelstand in Europa stark an Bedeutung gewinnen.
Beleg hierfür ist die zunehmende Anzahl der veröffentlichten Ratings mittelständischer Unternehmen in Deutschland.
Unterstützt wird diese Entwicklung durch die Revision der Baseler Eigenkapitalübereinkunft, nach der
Bonitätsbeurteilungen von Ratingagenturen zur Bestimmung von Kreditrisiken herangezogen werden sollen.
Ist diese Entwicklung als Chance oder als Bedrohung für die mittelständische Wirtschaft in Deutschland aufzufassen?
In der öffentlichen Diskussion sind es vor allem Banken- aber auch Unternehmerverbände, die vor der Verwendung
externer Ratings zur Klassifizierung von Kreditrisiken warnen.
Rating verteure die Kreditaufnahme und trage somit zum Niedergang des Mittelstandes bei.
Mehr und mehr setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass Ratings grundsätzlich eine positive Entwicklung
für die Finanzierung mittelständischer Unternehmen mit sich bringen.
Der zentrale Vorteil eines Ratings bestehe darin, dass sich mittelständische Unternehmen durch
eine externe Bonitätsprüfung bei der Kapitalbeschaffung eine größere Unabhängigkeit von ihren Hausbanken
verschaffen können.
Dies schafft Wettbewerb; die Kapitalbeschaffung wird in der Regel billiger.
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